Tomorrow never dies Update

Dachte ich mir eben auf dem Heimweg, Mensch, könnste doch dein Lieblingscafé für die Wochenaufgabe fotografieren. Stell ich mich also auf die andere Straßenseite des Cafés (wo sie mich natürlich auch kennen) und schieße gerade mal zwei Bilder bis mich schon ein Passant anspricht, ob ich denn ihn fotografiere. Ähm. Nein. „Ich halte die Kamera nach oben und würde Sie außerdem vorher fragen, ob ich Sie fotografieren darf.“ Skeptischer Blick und überspieltes Lachen, ich fotografiere weiter.

5 Minuten später kommt der Kellner des Cafés raus und fragt was ich da mache. Ähm. Ich fotografiere das Gebäude. Wieso? Einfach so, weil es mir gefällt. Warum ich nicht vorher gefragt habe? Weil ich ja nur von außen fotografiere, nicht von innen und nicht die Gäste. Und warum stand ich vorhin dafür hinter den Mülltonnen? Weil da das Licht gut durch die Bäume gefallen ist. Aha. Wütender Blick. Das nächste mal soll ich aber schon vorher fragen und er findet das alles so nich in Ordnung. Und verabschiedet sich mit einem Gesichtsausdruck, als hätte ich ihn gerade beim Stuhlgang fotografiert und er das von mir ganz schön asozial findet.

Äääääähm. Sind denn alle schon so Facebook/Google/Gala/Nachrichten gestört, dass eine Person mit einer Kamera auf der Straße nur ein Privatsphärendieb sein kann? Gibt es nur noch Paparazzi da draußen? Ist jeder, der 200 Facebookfreunde hat, ein Celebrity? Muss man jedes Gebäude vor einem Terroranschlag schützen?

Was ich nicht fotografieren darf, weiß ich. Aber was bleibt dann noch übrig?

Schlechter Start in die erste Woche. Bin demoralisiert. Hunde machen vor der Kamera nie so ein Trara. Tsss.

P.S.
Vor lauter Entrüstung, gibt es heute demonstrativ kein Foto zum Beitrag.